elatenfriedhof - Lebendige Geschichte in Köln


Hexenverbrennung.
Deutsches Flugblatt aus dem Jahr 1555, das die Hinrichtung von drei Zauberinnen zu Derneburg im Harz schildert.

Das Gelände des Gutes Melaten war schon lange vor der Einweihung des Friedhofes am 29. Juni des Jahres 1810 ein Ort des Todes. Im Mittelalter sogar ein Ort des gewalttätigen Todes: Die öffentliche Hinrichtungsstätte der Stadt. 1529 wurden hier (nicht auf dem Friedhofs-, sondern auf dem Gutsgelände)  zwei Protestanten, Peter Fliesteden und Adolf Clarenbach, wegen ihres Glaubens verbrannt. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurden im Wahn der Hexenverfolgungen über 30 Frauen und Mädchen getötet. Erst 1797 wurde mit dem Kirchenräuber Peter Eick der letzte Mensch auf Melaten hingerichtet. Sein Tod fand viele Zuschauer.

Hinrichtung Adolph Clarenbachs und Peter Fliestedens, 1529

Der Name "Melaten" basiert auf dem französischen Begriff für krank sein, "malade". Denn ab dem 12. Jahrhundert befand sich auf dem Gelände vor den Stadttoren ein Heim für Leprakranke, zu dem auch der Hof Melaten gehörte. Wer als leprakrank galt, war ein Aussätziger, der das Gelände nur an bestimmten Feiertagen zum betteln verlassen durfte. An diesen Tagen wurden die Bürger vom Schellenknecht, der den Kranken voranging, vor ihnen und der drohenden Ansteckung gewarnt. Am Eingang zur alten Friedhofskapelle ist die Skulptur eines Schellenknechtes zu sehen: eine Erinnerung an das Schicksal der Aussätzigen. Als die Lepra in Europa weitgehend besiegt war, schloß auch das Asyl 1767. Die Gebäude waren bis 1801 "Zucht- und Arbeitshaus". In diesem Jahr zogen die Waisenhauszöglinge aus der Maximinenstraße in die ehemalige päbstlich-nunintiale Residenz in der Wahlengasse.

Die Gründung...